Projekt Ernteweg - Zone 3

Am 14. Januar 2023 haben wir den dritten Standort des Projekts "Ernteweg" mit großer Freude begonnen! Am Forstwerder soll die Förderung der lokalen Biodiversität als Aspekt von Ökosystemdesign und Naturschutz zum Tragen kommen. An diesem Standort wollen wir Essbares pflanzen, was von Tieren und Menschen gleichermaßen verwertet werden kann.

Wessen Vielfalt gilt es zu fördern?

I. Vögel

Die Zahl der Brutvögel in Europa ist in den letzten 40 Jahren stark zurückgegangen. 

Seit 1980 sind laut einer europaweiten Studie 18 bis 19 Prozent der europäischen Brutvögel verschwunden. Die  Gründe für den Rückgang sind vielseitig, wobei vor allem der Nahrungsmangel und die Luftverschmutzung in den Städten sowie die Veränderungen in der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen zum Rückgang der Populationen beiträgt. Mit einfachen Maßnahmen kann in puncto Nahrungsmangel etwas getan werden. Am Forstwerder wollen wir im Rahmen unseres Projektes "Ernteweg" Gehölze pflanzen, die den Vögeln wertvolle und nähstoffreiche Nahrung und Schutz gewährleisten. Durch die unmittelbare Nähe zu Landschafts- und Naturschutzgebieten sind wir uns einer guten Annahme durch die Populationen gewiss. Die geplanten Gewächse sind unterdessen auch für Menschen essbar, darunter u.a. Ölweiden, Kornelkirschen und Felsenbirnen.

 

II. Insekten

Über die letzten Jahrzehnte hat sowohl die Individuenanzahl als auch die Speziesvielfalt der Insekten stark abgenommen. Analog zum Rückgang der Vögel, sind die Faktoren für den Biodiversitätsverlust der Insekten vielseitig, jedoch ist ihre Bedrohung besonders in der Zerstörung und der Veränderung ihrer Lebensräume begründet. Darüber hinaus stellt der Einsatz von Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft einen bedeutsamen Faktor dar. Das Bundesamt für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz hat vor diesem Hintergrund Maßnahmen zum Insektenschutz definiert, worunter die Förderung von pflanzlicher Diversität als Nahrungsgrundlage für Schlüsselspezies und Bestäuber genannt wird. Am Forstwerder wollen wir wertvolle Blumen und Stauden mit hohen Pollen- und Nektarwerten für eine maximal hohe Anzahl von Spezies, sowie ein möglichst langfristiges Nahrungsangebot durch den Einsatz von Früh- und Spätblühern, etablieren. Pflanzenschutzmittel verwenden wir grundsätzlich nicht.

 

III. Bodenleben

Neben Regenwürmern, Spinnen, Springschwänzen und Ameisen gibt es eine Vielzahl von mikroskopisch kleinen Organismen, die im Boden lebt und essentiell für alle Prozesse ist, die dort ablaufen.

 

"Unsere Böden sind nicht öde und leer. Weltweit leben 1.000.000.000-mal mehr Bakterien im Boden als es Sterne im Weltall gibt." (Umweltbundesamt, 2013).

 

 

Zu den sog. "Mikroorganismen" zählen Bakterien, Pilze, Algen sowie Einzeller und ihr Wirken im Boden ist hoch komplex. Ihre Funktionen sind unter vielen anderen: Abbau von Streu, Umwandlung organischer Substanz und Aufbau von Humus, Abbau von Schadstoffen sowie Erschließung von Mineralstoffen und Erweiterung des Wurzelsystems in Symbiose mit Pflanzen. Die Zusammensetzung der mikrobiellen Community im Boden ist eng an den Pflanzenbewuchs vor Ort geknüpft und eine hohe oberirdische Biodiversität garantiert eine solche im Untergrund. Eine bodenschonende Landbewirtschaftung und der Aufbau von Humus sind dabei weitere essentielle Grundpfeiler für ein intaktes Bodenleben. Grundsätzlich arbeiten wir mit nachhaltigen und bodenkonservierenden Ansätzen und fördern eine Vielfalt von Arten. Der Einsatz von Mulch, Pflanzenkohle und organischen Düngebeigaben wie Pferdemist und Gründüngung durch Leguminosen sind erfolgreiche Maßnahmen, Humus aufzubauen.

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***Genauer Standort folgt in Kürze!